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Sebastien Ogier im Interview

„Fahre keine volle Saison mehr“

Herbstrallye 2025.Sebastien Ogier begann die Saison als Teilzeitpilot - doch dann lief es dermaßen gut, dass er nun die WM anführt.

Mit seinem Start bei der Herbstrallye möchte sich der Toyota-Pilot bestmöglich auf die Rallye Zentraleuropa vorbereiten. Die Mission ist der neunte WM-Titel - würde er bei Gelingen 2026 wieder Vollzeit fahren? Wir haben nachgefragt…

Toyota-Werkspilot Sebastien Ogier, achtfacher Weltmeister, fährt seit seinem letzten Titelgewinn im Jahr 2021 nur noch als „Teilzeitpilot“, der Franzose fährt also nur ausgesuchte Rallyes in der Weltmeisterschaft. So war es auch in diesem Jahr - doch obwohl er heuer drei Rallyes ausgelassen hat, kommt der 41-Jährige dank einiger starker Siege als WM-Führender zur Herbstrallye nach Dobersberg, um sich so auf die bevorstehende Rallye Zentraleuropa vorzubereiten. 

Sollte es Ogier gelingen, diesen extrem guten Lauf der diesjährigen Saison fortzusetzen und seinen neunten Titel zu erringen, würde er gleichauf mit seinem ewigen Rivalen, Landsmann Sebastien Loeb ziehen. Beide hätten dann jeweils neun WM-Titel auf dem Konto. 

Wäre es dann nicht verlockend, noch eine Saison als Vollzeitpilot anzuhängen, um einen zehnten Titel zu erringen? Um als erfolgreichster Rallyepilot aller Zeiten Geschichte zu schreiben? Herbstrallye-Pressechef Noir Trawniczek hat nachgefragt…

Sebastien, wir freuen uns sehr, dass du bei der Herbstrallye fährst.

(Spricht auf deutsch): Ich freue mich auch.

Als du bei der Rallye Paraguay zwar die Rallye gewonnen hattest, aber auf der letzten Prüfung in den Regen kamst und dabei einige Punkte verloren hattest, hast du in einer ersten Reaktion gesagt: „Jetzt holen wir den Titel!“. Da war sehr viel Bestimmtheit herauszuhören, recht ungewohnt eigentlich. Glaubst du das war ein Schlüsselmoment?

In so einem Moment spürst du das Temperament und auch die Motivation, mit der man herangeht. Und wenn ich in einem Wettbewerb stehe, dann gehe ich da komplett darin auf. Das kommt dann von ganzem Herzen. Sicher gab es in diesem Moment auch eine gewisse Frustration - denn ich habe an diesem Wochenende einen perfekten Job abgeliefert und dann habe ich noch viele Punkte verloren, weil ich als einziger in den Regen kam. Ja, das war frustrierend - aber sicher hat mich dieser kleine Rückschlag zusätzlich motiviert, es künftig noch besser zu machen. Letztendlich konnten wir dann in Chile die maximalen Punkte holen. Ich weiß nicht, ob das in Paraguay ein Schlüsselmoment war - aber sagen wir so: Die Saison verlief bisher gut und trotz des kleinen Rückschlags in Paraguay sind wir weiter positiv an die Sache herangegangen.

War es dein ausdrücklicher Wunsch, bei der Herbstrallye zu fahren, um dich bestmöglich auf die Rallye Zentraleuropa vorzubereiten?

Exakt. Genau so ist es. Es ist kein Geheimnis, dass die Teams in der Weltmeisterschaft sehr eingeschränkt sind bei den Testfahrten, die wir während der Saison abhalten dürfen. Daher versucht jedes Topteam, eine kleinere Rallye zu fahren, um gewisse Vorbereitungen zu treffen. Ich war noch nie bei dieser Rallye, aber ich glaube, dass die Bedingungen dort recht ähnlich sind, wie wir sie bei der Rallye Zentraleuropa vorfinden werden. Deshalb kommen wir nach Österreich - um ein paar zusätzliche Kilometer abzuspulen, um dann bestmöglich vorbereitet zu sein.

Die Rallye Zentraleuropa hat dir bislang wenig Glück gebracht. 2023 Platz vier, im Vorjahr bist du ausgefallen. Wirst du diese Rallye diesmal gewinnen können?

(lacht) Natürlich glaube ich, dass ich sie gewinnen kann - denn sonst wäre es wohl besser, wenn ich zuhause bleiben würde. Im Vorjahr konnten wir eine gute Performance liefern, doch unglücklicherweise hatten wir auf der vorletzten Prüfung einen Crash. Ich weiß, dass es eine schwierige Rallye ist - um diese Jahreszeit kann das Wetter auch ständig die Bedingungen erschweren. Auch die wechselnden Grip-Level können eine schwierige Aufgabe sein. Es wird mit Sicherheit nicht leicht - aber genau deshalb lieben wir solche Konditionen. Wir hatten zuletzt zwei gute Testtage. Es fühlte sich gut an, wieder auf Asphalt zu fahren. Und ich hoffe, dass unser Start nächste Woche in Österreich uns noch mehr dabei helfen wird, noch besser vorbereitet zu sein. Sicher ist es unser Ziel, die Rallye Zentraleuropa zu gewinnen.

Im Vorjahr ist Thierry Neuville die Herbstrallye gefahren - hernach wurde er Weltmeister. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen?

(lacht) Ja. Vielleicht. Letztendlich ist es wie in allen Bereichen des Lebens: Je besser du dich auf etwas vorbereitest, desto größer sind dann auch deine Chancen. Hoffentlich können wir das dann auch umsetzen.

 

Angenommen es würde dir gelingen und du würdest noch einmal Weltmeister werden. Dann hättest du gleich viele Titel wie Sebastien Loeb errungen. Dann könntest du mit einem weiteren Titel der erfolgreichste Rallyepilot der Geschichte werden. Würdest du in diesem Fall im kommenden Jahr wieder Vollzeit fahren?

Nein. Das ist keine Option für mich. Ich möchte keine volle Saison mehr fahren. Ich habe eine Familie und ich bin heuer bereits weitaus mehr gefahren, als ich vorhatte. Aber natürlich: Wenn es so gut läuft wie das in diesem Jahr der Fall war, dann ist es okay, drei weitere Rallyes zu fahren.

Dann wünsche ich dir viel Glück, dass sich die Mühe lohnt und du diesen Titel einfahren kannst. Wir sehen uns in Dobersberg.

Vielen Dank. Natürlich ist es jetzt mein größtes Ziel, diesen Titel zu gewinnen. Und dann werden wir sehen, was die Zukunft bringt - aber ich fahre sicher keine volle Saison mehr. 

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