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Rallyesprint St. Veit, ARC

Race Rent Austria

Michael Lengauer "Austro-„Iceman“ mit Ausnahmetalent!

St. Veit.Wolfgang Schmollngruber zieht nach dem Mega-Einsatz in St. Veit Bilanz. Ganz besonders angetan hat es ihm der junge Michael Lengauer. Bei seiner erst zweiten Rallye , der ersten im Mitsubishi Lancer Evo IX, konnte Lengauer dank einer sensationellen Performance den fünften Gesamtrang belegen und sämtliche Mitsubishi deklassieren. „Schmolli“ ist überzeugt: „Hier ist ein richtig Guter in den Rallyesport gekommen.“

Wolfgang Schmollngruber hat als Race Rent Austria-Teambesitzer schon viel erlebt - seit der Firmengründung im Jahr 2007 hat er unzählige Piloten kommen und einige auch wieder gehen gesehen. Längst hat „Schmolli“ einen geschärften Blick dafür entwickelt, wer  schnell und wer „richtig schnell“ ist. Simon Wagner etwa gehörte von Anfang an zu den „richtig schnellen“ Piloten, und auch dessen Bruder Julian. Die beiden Brüder bezeichnete Schmollngruber in einer Reportage der deutschen Zeitschrift „Rallye-Magazin“ als „Maschinen“, und fügte hinzu: „Es sind Züchtungen - sie haben ihr Leben lang nichts anderes wollen als Rallyes zu fahren.“ Ob jemand mit Talent versehen ist, sehe man recht bald, sagt der Teamchef - bei den Wagners sei das sehr bald klar gewesen...

Doch in punkto Michael Lengauer überschlägt sich „Schmolli“ richtiggehend vor lauter Begeisterung: „Ich spüre einfach, dass mit Michael Lengauer ein richtig Guter in den Sport gekommen ist. Bei ihm kam diese Erkenntnis, dass er richtig schnell ist sofort., geradezu blitzartig.“

Dabei fuhr der 24-jährige Lengauer keine Kartrennen - und: Er hatte vor seinem Einsatz beim Murauer Rallye Sprint St. Veit erst eine Rallye absolviert, vor drei Jahren (!) in einem Suzuki Swift Sport. Wohl aber hat Lengauer den Race Rent Austria-„Gravelday“ im Dynamite Tours Offroad Park zu Rappolz genutzt, um sich mit dem Mitsubishi Lancer Evo anzufreunden. Dort kam Schmollngruber, der sich zu Lengauer ins Auto setzte, aus dem Staunen nicht heraus: „Er brauchte eine einzige Einführungsrunde und konnte gleich einmal schnell fahren. Ich habe sofort gesehen, was da los ist - in Wahrheit ist es doch so: Entweder fängst du gleich so an wie es gehört oder du musst halt lange an deiner Performance arbeiten. In St. Veit hat Lengauer gleich einmal alle anderen Mitsubishi-Fahrer auf das Härteste deklassiert! Und was ich in Rappolz neben Michael auch gleich gemerkt habe: Er ist eiskalt, er weiß ganz genau, was er tut, er spürt das Auto. Bei den unterscheidlichen Differentialeinstellungen gab er sofort Feedback, er saugt alles auf, und man merkt bei ihm einfach: Er denkt sich was. Und: Es war ein angenehmes, ein sicheres Gefühl neben ihm zu sitzen.“

Christian Birklbauer, der davor großteils mit Mario Klepatsch gefahren ist, nickt: „Ich bin noch nie so eine stressfreie Rallye gefahren. Es gab kein einziges Hoppala. Der schwierige Nachmittag, mit dem Regen und dem Schlamm und doch einigen Abflügen, war dann wirklich verblüffend: Ich habe noch nie so entspannt den Aufschrieb vorgelesen und die Schotterpassage war enorm lustig für uns. Neben ihm fühlt man sich total sicher. Ich kennen den Michael ja schon eine Weile und habe seine Unternehmungen immer mitverfolgt.“

“Lengauer muss fahren!“ - Umfeld sucht Sponsoren!

Dass seit seinem ersten Rallyeeinsatz und dem Debüt auf Evo satte drei Jahre liegen, hat vielleicht auch damit zu tun, dass Michael Lengauer mit einem „Low Budget“ operiert. So war als nächster Start erst wieder der Mühlviertel Rallyesprint vorgesehen. Natürlich versucht man nun, vielleicht doch schon früher wieder den Evo zu zünden, Birklbauer nickt: „Ein Talent wie Michael muss einfach fahren. Wir wollen versuchen, zusätzliches Budget zu finden.“ Inklusive Folierung kommt beispielsweise die Finanzierung einer ARC-Rallye im kompletten Design der jeweiligen Firma auf 5.000 bis 6.000 Euro...

Wolfgang Schmollngruber würde sich freuen, wenn Michael Lengauer jene Unterstützung findet, die es ihm ermöglichen würde, regelmäßig mit sensationellen Leistungen wie soeben in St.Veit auf sich aufmerksam machen können. Und: „Michael hat nicht nur einen unglaublichen Grundspeed, sondern gibt auch bei Abstimmungsarbeiten sofort ein konstruktives Feedback - man merkt bei seinen Aussagen einfach: Da denkt sich jemand was! Wie Michael Röck saugt auch Lengauer alle Infos auf wie ein wissbegieriger Schwamm!“ Ein Manko, eine Schwachstelle kann Schmollngruber nicht bei Lengauer ausmachen: „Er ist ein ruhiger und besonnener Kerl. Mir gefällt seine unaufgeregte, ja mitunter eiskalte Art im Cockpit sehr gut. Vielleicht ist er manchen zu ruhig? Doch das sehen heutzutage sehr viele Rallyefans als Pluspunkt. Kimi Räikkönen war bald schon höchst beliebt in der Rallye-Community - der Mix aus eiskalter absoluter Fahrzeugkontrolle am Rande der Schleudergrenze und einem kühl unaufgeregten Medienauftritt sorgt heutzutage mitunter für mehr Begeisterung als man im Facebookzeitalter glauben würde...“

Und was sagt Michael Lengauer zum Begriff „Austro-Iceman“? Michael schmunzelt: „Ein solcher Vergleich nach nur zwei Rallyes in meinem Leben ehrt mich natürlich sehr. Wir haben uns voll gefreut, denn es lief viel besser als wir geglaubt haben - und mit der Hilfe von Christian (Birklbauer, Anmerkg.) lief es auch mit dem Aufschrieb super.“

Bleibt noch die Frage offen: Woher kommt dieses ausgeprägte Talent, dieser hohe Grundspeed, dieses gute Gefühl für die Fahrzeugphysik? Ist es wie bei Andi Aigner, der in einem Gespräch mit Rallye Radio Noir verriet, dass er und seine Freunde bei jedem Neuschnee ihre Autos aufgetankt haben und die Nacht in ihnen im gepflegten Driftwinkel verbracht haben? Lengauer schmunzelt und sagt vorsichtig: „Ganz so falsch ist das nicht...“

Kommt die hohe Performance nur vom beherzten PKW-Fahren auf Schnee? Oder ist da noch etwas, das man in diesem Zusammenhang nennen könnte? Lengauer nennt den Ford Racing Rookie, wo er sich den mehrteiligen Shootout-Bewerben gestellt hat, wo man als Zweiter bereits der erste „Verlierer“ ist. Doch da muss noch etwas anderes dazu geführt haben, dass ihm gewisse Abläufe im Auto routiniert von der Hand gehen oder er Wolfgang Schmollngruber in Kurven von Beginn an mit der Wahl der richtigen Geschwindigkeit haarscharf an der Rutschgrenze, bei gleichzeitigem Vermeiden jedes  ‚Moments‘.

Ist es ein Rallye-Simulator, der dem ‚Austro-Iceman‘ zugute kommt? Lengauer grinst und sagt: „Da gibt es eine großartige Community rund um ‚Richard Burns Rallye‘ - da gibt es Open Source Projekte, die stets weiterentwickelt werden. Ein guter Simulator kann einem schon helfen, glaube ich. Zumindest in bestimmten Bereichen wie dem Einschätzen eines Kurveneingangswinkels oder von Geschwindigkeiten - ich kann es mir gut vorstellen, durch das viele Simulatorfahren profitiert zu haben.“

Röck/Forstner: Ins Ziel gerettet

Michael Röck kam 2016 als Ford Racing Rookie zu Race Rent Austria. Im Gesamtklassement hinter den lediglich in Sachen Infrastruktur und Catering kooperierenden Günther Knobloch/JürgenRausch sowie Markus Steinbock/Sabine Knogler waren Michael Röck/Patrick Forstner im Gesamtklassement die nächstbesten RRA-Piloten - zunächst lief alles wie geplant, der dritte M1 Rallye-Masters LG2-Sieg in Folge schien problemlos möglich, als am Samstagnachmittag das Getriebe des Ford schrittweise seinen Abschied einleitete. Michael Röck: „Die Gänge haben sich der Reihe nach verabschiedet. Zuerst nur der erste, dann auch der zweite und dritte Gang - letztendlich haben wir uns nur mit dem vierten und fünften Gang ins Ziel geschleppt und dabei rund fünf Minuten eingebüßt.“ Anstatt des dritten LG2-Siegs in Folge wurde es in der LG2 der zweite Platz und im Gesamtklassement der M1 Rallye-Masters Platz vier.

Stefan Langthaler und Miriam Götzendorfer brachten ihren von Attwenger angemieteten Honda Civic Type R auf Gesamtrang 43 ins Ziel. Von den insgesamt zwölf bei Race Rent Austria aufgestellten Autos, darunter auch Teilkooperationen wie der erwähnte Günther Knobloch, wo man das Catering teilt - von diesen zwölf unter dem großen RRA-Zelt aufgestellten Boliden haben es vier nicht ins Ziel geschafft...

„Alter Schwede“: Ein „Elch“ im System

Der prominenteste Ausfall war jener des „Highlanders“ Alfred Kramer. Gleich auf der ersten Prüfung gab es wieder einmal Probleme mit der Motorsteuerelektronik. Einmal mehr war der „Hund“ in der Elektronik, wobei man in dem Fall eher von einem „Elch“ sprechen sollte. Wolfgang Schmollngruber schildert die schwierige Situation: „Alfred besteht darauf, die Elektronik eines schwedischen Tuners einzusetzen, die jedoch rund 15 Jahre alt ist. Ich habe mehrmals empfohlen, auf eine moderne Elektronik zu wechseln, doch Alfred ist der Einsatz dieser Elektronik offenbar sehr wichtig...“

Rein mechanisch hingegen der Ausfallsgrund des Sohn/Vater-Gespanns Fabian Bartel-Huemer und Andreas Bartel. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Bartel-Huemer: „Nach nur zwei Kilometern der ersten Sonderprüfung war die Halbachse oder das Betriebe kaputt.“ Damit war das Abenteuer Rallyesprint St. Veit gleich einmal zu Ende. Die damit verbundene Frustration wich dann aber schnell einem nach vorne gewandten Blick: „Aufstehen, reparieren, Krone zurechtrücken!“ Und: „Damit sehen wir uns schon in zwei Wochen wieder beim Rallyesprint in Langenlois.“

 

erstellt am 25.05.2018, 14:22
Rallyesprint St. Veit, ARC neubauer murauerrallyesprint2018 01©Dominikl

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19.05.2018

Rallyesprint St. Veit