BMP-Motorsportfotos - Rallyefotos aus Österreich
bmpTV - Motorsportvideos aus Österreich - by Patrick Butschell
Bucklige Welt Rallye, ORM

Luca Pröglhöf dritter

Raphael Dirnberger gewinnt punktegleich vor Lukas

Krumbach.

Gleich viele Punkte, gleich viele Siege und gleich viele zweite Plätze in der Endabrechnung - die Entscheidung hat am Ende das schlechteste Saisonergebnis ausgemacht: Lukas hatte einen Vierten Platz, Raphael war nie schlechter als Dritter und holt sich dadurch das Sieger-Preisgeld. Luca Pröglhöf konnte zu Beginn der Saison zwar drei Läufe gewinnen, technische Probleme beim Finale rissen ihn aber aus dem Titelkampf.

In der Saison 2023 wurde für die Junioren Rallye Staatsmeisterschaft erstmals ein Preisgeldtopf bereitgestellt. Durch das Engagement der ORM-Partner wurde der Topf in sehr kurzer Zeit mit EUR 6.000,- gefüllt – die PIRELLI Junioren-Staatsmeisterschaft powerd by ADVANCIS Austria war geboren. Weitere EUR 2.000,- kamen im Laufe der Saison durch vier Einschreibungen in die ORM-Trophy für über 50 Jahre alte Piloten hinzu: Rudolf Leitner, Peter Klamminger, Peter Ölsinger und Andreas Schögler haben somit das Preisgeld auf gesamt EUR 8.000,- erhöht. Die Aufteilung des Preisgeldes erfolgte auf die ersten drei Plätze in der Jahres-Endwertung nach dem Aufteilungsschlüssel 50/30/20 Prozent.

Teilnahmeberechtigt waren Piloten unter 25 Jahren – genauer gesagt gilt der Stichtag 31.12.1998. Die Fahrzeuge wurden für 2023 auf die günstigsten verfügbaren Rallyeautos, nämlich die Klassen 7.3 und Rally5 sowie die national homologierten Opel Corsa D OPC aus dem damaligen Corsa-Cup beschränkt.

Der Niederösterreicher Luca Pröglhöf wurde heuer 24 Jahre alt, er war somit an der oberen Altersgrenze zur heurigen Ausgabe der Junioren-Staatsmeisterschaft. Pröglhöf ist auch der Erfahrenste unter den heurigen Junioren – er konnte als einziger schon 2019 vor der Pandemie Rallyes fahren und hat 2022 schon eine Saison im Opel e-Cup bestritten. Raphael Dirnberger begann seine Karriere 2021, sein jüngerer Bruder Lukas Dirnberger 2022. Was alle drei gemeinsam haben: sie sitzen in einem Ford Fiesta ST, den sie bei der Nachwuchssichtung Racing Rookie gewonnen haben. Nachdem der jüngste Racing Rookie Simon Seiberl bei der Jännerrallye nicht mit seinem gewonnen Fiesta sondern einem Mitsubishi an den Start ging, war klar: den Junior-Titel werden sich höchstwahrscheinlich Luca Pröglhöf und die beiden Dirnbergers unter sich auskämpfen.

Pröglhöf wurde bei der Jännerrallye im Mühlviertel seiner Favoritenrolle gerecht und feierte einen souveränen Sieg. Beide Dirnbergers hatten Probleme: Lukas fiel am Freitag technisch aus und Raphael verlor in der Freitag-Nacht einige Minuten als ihm Zuschauer nach einem Ausrutscher wieder auf die Strecke helfen mussten. Platz 4 ging an Jan Dolzer im Diesel-Subaru.Bei Lauf 2 im Rebenland ging es schon enger zu: die drei Titel-Kontrahenten lagen nie mehr als 1min auseinander. Am Ende haben haben nur 6sec zugunsten von Pröglhöf entschieden, Lukas Dirnberger wird knapp Zweiter, Raphael Dritter. Der vierte Platz ging an Dominic Rieger nachdem Simon Seiberl mit technischen Problemen aufgeben musste. Noch spannender wurde es im Lavanttal: ein Reifenschaden auf der ersten Prüfung kostete Luca Pröglhöf eine Minute. Die beiden Brüder aus Oberösterreich setzten sich an die Spitze, bis es auf SP5 auch Lukas Dirnberger mit einem Reifenschaden erwischte. So lag am Samstagvormittag Raphael Dirnberger ganz knapp vor Local Hero Sandro Hasler im Vierer-Golf, der jedoch zu Mittag aufgeben musste. Pröglhöfs Aufholjagd ging den ganzen Tag über weiter, vor der Powerstage betrug der Rückstand auf Raphael Dirnberger nur noch 10 Sekunden. Jedoch blieb auch Raphael nicht vor einem Reifenschaden gefeit, wodurch sich Pröglhöf den dritten Sieg der Saison vor Raphael Dirnberger und Simon Seiberl sichern konnte.

Die drei Siege waren für Pröglhöf auch wichtig, denn sein Programm im Opel Corsa e-Rallye-Cup bedeutete, dass er die nächsten beiden Läufe W4 und Weiz verpassen würde. Damit verpasste Pröglhöf zusätzlich das W4-Preisgeld: dank des dortigen Hauptsponsors LKW FRIENDS on the road wurden insgesamt EUR 3.500,- allein im Waldviertel an die Top 3 Junioren ausgeschüttet, das waren einmal mehr die Dirnberger-Brüder und auf Platz 3 der Niederösterreicher Max Maier im VW Golf II. In Weiz riss Gaststarter Thomas Marco aus Deutschland im Renault Clio Rally5 die Junior-Wertung von Beginn weg souverän an sich, bis er auf SP9 von der Straße rutschte. Nachdem beide Dirnbergers kleine technische Probleme hatten, war Simon Seiberl zur Stelle um sich seinen ersten Junior-Laufsieg zu holen. Nachdem sich in Abwesenheit von Pröglhöf Raphael Dirnberger nur einen Sieg und Lukas Dirnberger keinen Sieg holen konnte, hatten alle drei noch die Chance auf den Meistertitel beim Finale in der Buckligen Welt. Luca Pröglhöf allerdings nur kurz, denn schon auf SP1 wurde ein technischer Ausfall vermeldet. Pröglhöf konnte somit nur noch Meister werden, wenn er am zweiten Tag restartet und ins Ziel kommt und beide Dirnbergers ausfallen. Ausfälle gabe es jedoch keine, der jüngere Lukas Dirnberger sicherte sich souverän den Laufsieg mit 11 von 12 Junior-Bestzeiten.

Der Sieg von Lukas Dirnberger beim Finale bedeutet, dass beide Dirnberger-Brüder in der Jahresendwertung gleich viele Punkte, gleich viele Siege und gleich viele zweite Plätze haben. Raphael hat jedoch einen dritten Platz mehr, dadurch holte sich der ältere Bruder den Junior-Staatsmeistertitel und die EUR 4.000,- Preisgeld. Lukas Dirnberger wird Vizemeister mit EUR 2.400,- Preisgeld und Luca Pröglhöf als Dritter in der Jahresendwertung erhält EUR 1.600,-. Die Preisgelder wurden vom ORM-Promotor bereits an die drei Gewinner überwiesen. Wir gratulieren den erfolgreichen Piloten – die Planung für die Junioren-ORM 2024 laufen bereits.

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