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Kein Glück in Ungarn

Simon Wagner und Gerald Winter scheiden beim Gaststart in der Europameisterschaft vorzeitig aus

ERC.Es sollte das Highlight einer von COVID-19 und daraus resultierenden Veranstaltungsabsagen geprägten Saison werden, als der Mauthausener Simon Wagner seinen Start beim Rallye Europameisterschaftslauf in Nyíregyháza, Ungarn bestätigen konnte. Mit viel persönlichem Einsatz und der Unterstützung seiner Sponsoren hatte der 27-Jährige quasi in letzter Minute seine Nennung zu der hochkarätig besetzten Veranstaltung abgeben können und wollte sich dort einmal mehr mit der europäischen Elite des Rallye-Sports messen

Nach dem in Österreich heuer keine Staatsmeisterschaft ausgetragen werden konnte und abgesehen von der Jänner Rallye alle Veranstaltungen im Inland abgesagt wurden, habe ich mich im Verlauf der gesamten Saison darauf konzentriert, trotz allem so viele Wertungskilometer wie möglich zu absolvieren und meine Sponsoren dabei nach besten Möglichkeiten zu präsentieren.“, berichtet Wagner.

Zu diesem Plan gehörte es auch, einen Gaststart in der Europameisterschaft zu realisieren. Nachdem die ursprünglich geplante Barum Rallye, also derjenige ERC Lauf, bei dem Wagner die meiste Erfahrung hat, ebenfalls der Absagewelle zum Opfer gefallen war, entschied man sich für die für Wagner unbekannte Ungarn Rallye als Ersatz-Termin.

„Das liegt zum einen daran, dass mein Team von Eurosol Racing in Ungarn beheimatet ist, zum anderen aber auch daran, dass die Aufmerksamkeit, die ich für meine Sponsoren generieren kann bei den Läufen zur Europameisterschaft aktuell einfach die Größte ist.“, so Wagner weiter.

Entsprechend hoch war die Motivation bei Wagner und Team, als pünktlich zum Nennschluss feststand, dass der Start trotz Krise und neuerlichem Lock-Down-Light realisiert werden kann. Das wurde noch verstärkt, als bekannt wurde, dass der Skoda-Werkspilot - und Sohn von Ex-Weltmeister Petter Solberg - Oliver Solberg als Team Kollege von Wagner an den Start gehen würde.

Nach einem kurzen Roll-Out am Mittwoch und langen Besichtigungstagen am Donnerstag und Freitag starten Simon Wagner und Beifahrer Gerald Winter verheißungsvoll in die Veranstaltung und erreichten mit einer 7. Zeit im Klassement zunächst das ambitionierte Ziel, eine TopTen Platzierung einzufahren.

„Am Samstag, dem ersten vollen Wertungstag, ereilte uns dann leider das Schicksal, mit dem man als nicht regulärer Teilnehmer in der Europameisterschaft immer wieder zu kämpfen hat.“, sagt Wagner. „Als 24. Fahrzeug auf der Straße findest Du einfach nicht dieselben Bedingungen vor wie die Piloten, die weiter vorne starten. Insbesondere bei den herbstlichen Bedingungen waren wir hier mit einer extrem verschmutzen Fahrbahn und am Nachmittag zudem mit Dunkelheit konfrontiert, während Piloten die die gesamte Saison am Start stehen und vorne starten können, noch bei sauberer Fahrbahn und im Hellen unterwegs waren. Im Endeffekt ist aber auch dem etwas Positives abzugewinnen, denn ich lerne immer noch dann am meisten, wenn ich auch am intensivsten gefordert werde.“, gibt sich Wagner kämpferisch.

Immerhin sorgte Wagner trotz erschwerten Bedingungen eigenhändig dafür, dass ihm am zweiten Wertungstag eine deutlich bessere Startposition zustand, in dem er seinen Skoda Fabia Rallye 2 am Ende der ersten Etappe auf einem zufriedenstellenden 10. Gesamtrang abstellte.

„Es ist sehr schade und natürlich eine herbe Enttäuschung, dass ich das am zweiten Tag nicht ausnutzen konnten.“, sagt Wagner.

Nachdem der Oberösterreicher und sein Kärntner Beifahrer ihre Platzierung am Sonntagmorgen zunächst bestätigen konnten, passierte auf der zweiten Sonderprüfung des Tages nämlich Wagners erster gröberer Fehler seit mehr als 5 Jahren, als er mit leicht überhöhter Geschwindigkeit in eine Rechtskurve kam, von der schlammigen Fahrbahn überrascht wurde und die Kontrolle über seinen Skoda verlor.

„Wir sind gegen einen ziemlich massiven Baum geprallt und haben uns dabei die Vorderrad-Aufhängung derart beschädigt, dass an ein Weiterfahren nicht mehr zu denken war.“, so Wagner. „Das Wichtigste ist natürlich, dass Gerry (Gerald Winter) und ich uns nicht ernsthaft verletzt haben. Abgesehen von ein paar kleineren Prellungen sind wir – nicht zuletzt dank der ausgefeilten Sicherheitstechnik von Skoda – unbeschadet ausgestiegen.

“ Das Ziel möglichst viele Kilometer zu sammeln hat Wagner mit dem Ausfall freilich nicht erreicht und auch die verpasste Chance auf ein erneutes gutes Ergebnis in einem starken Starterfeld ist verpasst. Nichts destotrotz gingen actiongeladenen Bilder der Veranstaltung aber in TV, Internet und Print quer durch Europa und mit ihnen auch die Namen und Logos von Wagners Sponsoren, so dass wenigstens dieser Punkt auf der To-Do Liste abgehakt werden kann.

Die Saison 2020 ist hiermit quasi beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.“, so Wagner.

„Veranstaltungen werden in Anbetracht der Umstände heuer für mich wohl leider nicht mehr stattfinden. Dafür fehlt insbesondere nach dem Unfall das Budget. Aber ich hoffe wenigstens für einen Test bald noch einmal im Auto sitzen zu können und dann darauf, dass Rallye Sport in 2021 auch in Österreich wieder stattfinden und begeistern kann.“, sagt der Mauthausener abschließend.

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